Zusammenfassung BarCamp München 2008

Schön wars und total gelungen. Nicht nur dass auch das Wetter blenden war (muss wohl auch an dem Ort gelegen haben, war nämlich das Gebäude von Sun microsystems) sondern auch die ganze Organisation, die Leute, die Gespräche waren einfach toll. Los ging es bei mir am Samstag um 8 da ich die ersten drei Stunden am Check-In mitgeholfen habe. Eigentlich kein Problem weil ich immer so früh aufstehe. Da mich die Feuerwehr allerdings in der Nacht 3x aus dem Bett geholt hatte, war ich doch ziemlich im Eimer. Aber was solls, man ist ja nur einmal jung :-).

Bei den Vorträgen habe ich mir einige Notizen gemacht die ich jetzt einfach mal als Stichpunkte hier aufliste:

Wie mache ich ein Widget?

Magdalena Böttger von Netvibes hat dieses Thema vorgestellt.

  • Wer hat alles mein Profil bei XING angesehen? (kann man als RSS Feed abonnieren und in Netvibes einbinden)
  • Es können komplette Webseiten eingebunden werden (Tipp: PDA Version die sind kleiner)
  • Definition Widgets: Kleine Webanwendung, die beim Entwickler gehostet ist, aber vom User auf den verschiedensten Webtops und Desktops eingebunden werden kann, wie Netvibes, iGoogle, Apple Dashboard usw
  • mehr Infos für Widget Entwickler: dev.netvibes.com
  • Notwendiges wissen um Widgets entwickeln zu können: HTML; JavaScript, CSS
  • Affiliate Code kann bei Widgets einebunden werden
  • Wenn man seine Widgets bei Netvibes promoten möchte zahlt man € 0,15 pro Installation (nicht pro Klick!)
  • Widgets können nicht auf andere Elemente oder Widgets auf der Seite Zugreifen (Thema Sicherheit)
  • Wie fängt man an Widgets zu bauen? Andere Widgets suchen (eco.netvibes.com/widgets) und Quellcode anschauen.

Präsentationen mit Storyboard

Auch Themen aus der Offline-Welt waren vertreten. Alexandra Graßler von der WissensAgentur zeigte anhand eines Drehbuchaufbaus wie man seine Präsentation stukturieren sollte. Die Idee dahinter: Die Präsentation soll eine Geschichte erzählen die den Zuhörer mitreisst. Dabei muss die Präsentation ohne Erzählung nicht selbsterklären sein.

Akt 1 (Emotionsebene)

  • Schauplatz
  • Hauptfigur (globale Hauptfigur = Zielgruppe: “jeder hier ist doch auch schon mal…”)
  • Ungleichgewicht
  • Gleichgewicht (Zielbild)
  • Lösung (das möchte ich mit der Präsentation erreichen)

Akt 2 (Verstandsebene)

  • Hauptargument 1
  • Hauptargument 2
  • Hauptargument 3

Baumstruktur nach Aristoteles. Man beginnt mit der Formulierung von 3 Hauptargumenten. Hat man mehr Zeit zur Verfügung bildet man für diese 3 Hauptargumente wiederum 3 Untergumente die aber das Hauptargument verstärken, usw.

  • Wendepunkt (Frage die sich auf die Ausgangsfragestellung von Akt 1 bezieht, darf nur mit “ja” zugunsten unserer These beantwortet werden)

Akt 3 (Emotionsebene)

Langsamer und mit tieferer Stimme sprechen um überzeugender zu klingen.

  • Krise (schwarz malen um Lösung zu verstärken)
  • Lösung (Wiederholung der Lösung mit Aufforderung)
  • Klimax (Spannung, Dramatik, Höhepunkt)
  • Kathasis (Neutraler Slogan ohne Wertung ganz zum Schluss)

Allgemeines

  • Folien sollen stark mit Bildern aufgebaut sein (kaum Text, nur knappe Aussagen)
  • Was zieht bei Männern? Frauen, Technik, Sport
  • Was zieht bei Frauen? Tiere, Männer, Schmusige Dinge
  • Schweigen führt zu Aufmerksamkeit bei den Zuhörern
  • Viele Präsentationen (als Beispiele) findet man auf www.slideshare.net

SEO is dead long live SEO (Teil 1 und 2)

Über das Thema Suchmaschinenoptimierung und -marketing gab es einen spannenden Vortrag von Marc Uhlig. Leider war die Zeit etwas kurz, so dass die Session geteilt wurde.

  • JavaScript nicht im Header einbinden sondern möglichst weit unten im Quelltext (veringert Ladezeit)
  • Keyword Research Tools: Wordtracker, Trellian Keyword Discovery
  • Es macht nichts aus, auch mehrere 1000 Long-Tail Keywordphrasen in seinem AdWords Account zu haben
  • Keywordpool aufbauen: 5 Keywords suchen diese dann wieder ins Keywordtool werfen, das Ergebnis wieder in das Keywordtool werfern, …
  • Seiten suchen mit dem eigenen angepriesenen Produkt und “no longer available”. Dann Kontakt aufnehmen mit dem Seitenbetreiber und anbieten, dass man selbst das Produkt noch verkauft und er einen Link setzen könnte
  • Folgende Dinge können auf der Landingpage die Conversion erhöhen: Navigation entfernen, Eingegebene Suchwörter im Anzeigentext und auf Landingpage einbauen, Symbole verwenden die Sicherheit suggerieren (TÜV Siegel, etc) und natürlich regelmäßiges Testing der Landingpage
  • Durchschnittliche Click-Through-Rate im E-Commerce Bereich 3,22 %
  • Bei Werbung auch an Yahoo und MSN denken (höherer ROI da weniger Konkurrenz)
  • Gute Literatur: Reports von Marketing Sherpa, Buch “Don’t make me think”
  • Durchschnittlicher SEO Verdienst in USA $ 250 - 300 pro Stunde (als externer Consultant).

Onlinemarketing in Fachthemenblogs

Bei Michael von Laar habe ich kaum etwas mitgeschrieben, nicht weil der Vortrag so uninteressant war, sondern weil ich das Meiste schon mal gehört habe. Allerdings hat er in seiner Präsentation auch viel mit Bildern gearbeitet was ein gutes Best-Practice-Beispiel für die Session von Alexandra ist.

  • Newsletter immer als Zusatz zum RSS Feed anbieten (manche Leute können mit RSS nichts anfangen)
  • Keyword Suche: OMB Keyword Analyzer
  • Deutschsprachige Social Bookmark Dienste: www.webnews.de, facts.ch

Twitter für Anfänger

Da ich bisher mit Twitter nichts am Hut hatte fand ich die Einführungsveranstaltung besonders hörenswert. Alte Twitter Hasen haben den Service grundsätzlich vorgestellt und erklärt was man alles damit machen kann. Was ist rausgekommen? Ich habe jetzt ein Twitteraccount: twitter.com/blindfisch.

  • Twitter hilft auch im wahren Leben (Verkauf von Gegenständen, zum Verabreden, Hilfe bei PC Problemen)
  • Twitter ist schnell (z.B. Erdbeben in China ging sofort durch die Twitter Welt)
  • Diverse Tools und Widgets erleichtern das Leben mit Twitter (z.B. tinyURL)
  • Twitter läuft wieder stabiler (in der Vergangenheit gabs da einige Probleme)
  • Twitter ist der Platzhirsch, alternativen gibts keine kaum
  • Twitter lässt sich auch prima mobil nutzen (Ersatz für SMS?)
  • Firmen in den USA nutzen Twitter zur Kundenbetreuung (wenn etwas Negatives über das Unternehmen getwittert wird, wird sofort Hilfe angeboten, z.B.: www.verizon.com)
  • Der größte deutsche Twitterer hat ca. 3.500 Follower (= Leser)
  • Es braucht etwas Zeit (~ 3 Monate) bis man den Nutzen von Twitter mit der Zeit entdeckt

Danke für die hilfreiche Diskussion, v.a.: Thomas, dotdean, Matthias, Tobi, Steffen, Jan und die anderen die ich nicht mehr identifizieren konnte ;-).

Wie Eingangs schon erwähnt es war eine sehr gelungene (kostenfreie!) Veranstaltung auf der man als Internetinteressierter sehr viel mitnehmen konnte. Mehr Bilder gibts übrigens bei FlickR. Vielen Dank auch an das fleißige Orga-Team, v.a. an Steffen und Nils!

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2 Antworten zu “Zusammenfassung BarCamp München 2008”

  1. Berichte vom Barcamp München #bcmuc08 sagt:

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  2. Alexandra Graßler sagt:

    Vielen lieben Dank für die perfekte Zusammenfassung meiner Session zum Thema Präsentation mit Drehbuch und Storyboard. Scheine einer der ganz wenigen gewesen zu sein, mit einem “Offline-Thema” :-)

    Mir hat’s auf jeden Fall Riesen-Spaß gemacht und ich bin nächstes Jahr in München bestimmt wieder mit dabei.

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